JavaScript ist abgeschaltet;
die Seite wird daher nicht korrekt dargestellt!

Mein Semester an der Roland Park Country School

Januar bis Juni 2009

Von Januar bis Juni 2009 habe ich alles was ich bisher kannte hinter mir gelassen und habe für ein halbes Jahr in Amerika gelebt. Ich kannte meine Gastfamilie bereits aus einem dreiwöchigen Austausch und auch meine neue Schule war mir bekannt. Das erleichterte mir den Einstieg ein wenig, dennoch war alles anders als beim Austausch, denn diesmal waren keine anderen deutschen Schüler um mich herum und diesmal wusste ich, dass ich sechs Monate lang dort bleiben würde. Mir war klar, dass alles anders sein würde als in Deutschland. Und das war es auch. So grundlegend, dass man sich wirklich komplett öffnen muss, um sich auf neue Erfahrungen einzulassen.

The softball team
The softball team

Die Roland Park Country School (RPCS) liegt in Baltimore, Maryland. Baltimore ist eine der Städte mit der höchsten Kriminalität, aber das Leben an der RPCS fühlt sich an, als lebt man dort in einer eigenen Welt. Obwohl die RPCS eine Privatschule für Mädchen ist, sind dort nicht nur wohlhabende Schülerinnen, sondern viele Mädchen haben Stipendien, die es ihnen ermöglichen diese Schule zu besuchen. Es ist wirklich wunderbar zu sehen, wie so viele Menschen aus verschiedenen Kulturen miteinander umgehen. Die Schule bemüht sich sehr um die Integration aller Schülerinnen und so war ich auch als Austauschschülerin schnell in die Schulgemeinschaft integriert.

School community
School community

An der RPCS gibt es keine klassenweise Aufteilung wie ich es bisher gewohnt war, sondern man hat nur Kurse zusammen mit den Schülerinnen aus der Stufe. Dafür ist der Zusammenhalt innerhalb der Stufe aber riesig. In meiner Stufe, der Klasse von 2010, waren rund 70 Mädchen und jede kannte jede und es gab keine Gruppen, die andere Schülerinnen ausgeschlossen haben, sondern man konnte wirklich mit jeder gut auskommen.

Im Frühjahr habe ich als Sportart Softball gespielt, was wirklich eine super Erfahrung war. So viel Teamgeist und Enthusiasmus habe ich noch nirgendwo erlebt. Wir waren ein kleines Team, vielleicht 12 Schülerinnen und jeden Tag haben wir zwei Stunden lang nach der Schule zusammen trainiert. Wir haben uns am Wochenende zum Team Abendessen getroffen und wir sind zu einer wundervollen Gemeinschaft geworden. Für mich klang es zunächst unglaublich, jeden Tag zwei Stunden lang zu trainieren, doch man hat gar nicht gemerkt, wie schnell die Zeit vergangen ist, weil das Training so abwechslungsreich war und enormen Spaß gemacht hat.

Napa Valley
Napa Valley

Das Leben in einer amerikanischen Familie war in vieler Hinsicht anders als mein Familienleben hier in Deutschland und es fällt schwer zu sagen, was mir besser gefällt. Meine Gasteltern lebten zwar getrennt, doch versuchten beide, so viel Zeit wie möglich mit mir zu verbringen und mir außergewöhnliche Dinge zu zeigen. Ich hatte auch das Glück viel zu reisen. Wir sind nach New York City gefahren und nach Washington DC. Und in den Sommerferien sind wir nach Las Vegas, San Francisco, Napa und Chicago geflogen, was unbeschreiblich war. Obwohl ich in Amerika war und schon ein wenig herum gekommen bin, ist dieses Land doch so unendlich groß und so verschieden, dass man bei jedem Besuch nur merkt, wo man überall noch gerne hinreisen möchte. Meine Gastfamilie war jedenfalls sehr darum bemüht mir möglichst viel des facettenreichen Landes zu zeigen und das ist ihnen auch gelungen. Auch viele ihrer Verwandten habe ich kennen gelernt und alle zeigten sich äußerst interessiert an dem Austausch und der Möglichkeit etwas über ein anderes Land von einem anderen Kontinent zu erfahren. Meine Gastfamilie hat mich aufgenommen, als wäre ich ihr eigenes Kind und ich habe mich sehr wohl gefühlt. Schnell hatte ich das Gefühl, dort auch tatsächlich zu Hause zu sein.

Mein Semester an der RPCS war eine wundervolle Erfahrung und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich diese Möglichkeit hatte. Natürlich gab es Momente in denen ich meine Familie, Freunde und das Leben in Deutschland vermisst habe, aber den überwiegenden Teil der Zeit habe ich meine Zeit auf der anderen Seite des großen Teiches in vollen Zügen genossen.

Katharina K., Stufe 12