Tagung Bilingual für alle am LLGSelbstständiges und kooperatives Arbeiten im bilingualen Unterricht der Sekundarstufe IIAm 29. August 2009 fand am LLG eine ganztägige Veranstaltung zu bilingualem Unterricht statt. Im Mittelpunkt stand kooperatives und selbstständiges Lernen in der Sekundarstufe II. Zahlreiche interessante Beiträge gaben Anregungen Formen des bilingualen Lehrens und Lernens in verschiedenen Sachfächern und mit verschiedenen Arbeitssprachen zu erproben. Obwohl leider einige Referenten kurzfristig absagen mussten war das Angebot breit gefächert.
Die Fachbeiträge von Prof. Baier, PH Schwäbisch-Gmünd, und Dr. Hans-Ludwig Krechel, Studienseminar Bonn, boten einen
allgemeinen Überblick zu bilingualem Unterricht. In fünf Sektionen wurden anschließend konkrete Beispiele nicht nur
für bilingualen Unterricht in englischer Sprache, sondern auch für Französisch und Spanisch als weitere Arbeitssprachen
in verschiedenen Sachfachbereichen vorgestellt. Eine Bereicherung war der Workshop zum Thema 'Scaffolding' von Dr. Eike
Thürmann, der kurzfristig ins Programm [Tagungsprogramm] Im Rahmen des Programms 'Bilingual für alle' wurde das Ziel bilinguale Module allen Schülerinnen und Schüler anzubieten durch die Workshops verstärkt. Der Zugewinn durch ein bilinguales Sachfachangebot ist facettenreich. Schülerinnen und Schüler sollen neue Einsichten in die Denkweisen des Partnerlandes gewinnen. Sie sollen Verständnis für andere Kulturen erwerben, ohne dabei ihre kulturelle Eigenheit und Einzigartigkeit zu verlieren. Das Verstehen fremder Kulturen und der dazu notwendige Perspektivwechsel sind wichtige Bildungsziele des bilingualen Sachfachunterrichts. Dieses Verstehen zeigt sich besonders anschaulich am Beispiel des gemeinsamen deutsch-französischen Geschichtsbuches, das inzwischen Grundlage des Unterrichts in vielen deutsch-französischen bilingualen Geschichtskursen der gymnasialen Oberstufe ist. Es kann maßgeblich zu unserem Verständnis für das westliche Nachbarland beitragen. Und auch die in den Workshops präsentierten Unterrichtsbeispiele, wie etwa zur Bedeutung des Wassers im bilingualen Erdkundeunterricht, zur Industriellen Revolution im bilingualen Geschichtsunterricht oder zur Salsa und seinen kulturellen Bezügen im deutsch-spanisch bilingualen Sportunterricht sind durch diese interkulturelle Schwerpunktsetzung definiert. Denn das Ziel des bilingualen Unterricht in der gymnasialen Oberstufe ist die Vorbereitung auf ein Studium oder eine Berufsausbildung im In- und Ausland. Weltweite Mobilität gilt heute als Voraussetzung für viele Bereiche und die Schülerinnen und Schüler sammeln hier schon während ihrer Schulzeit wichtige Erfahrungen. Durch Schüleraustauschprojekte und internationale Betriebspraktika werden wichtige Erfahrungen vermittelt, für die der bilinguale Sachfachunterricht wesentliche Grundlagen legen kann. Der bilinguale Unterricht in der gymnasialen Oberstufe entwickelt auch die notwendigen fremdsprachlichen Kompetenzen. Dies belegen seit Jahren die Ergebnisse an unseren Schulen mit bilingualen Bildungsgängen. Wissenschaftlich gestützt werden sie durch die Ergebnisse der DESI - Studie. Außerdem zeigen dies auch die Vielzahl internationaler Sprachzertifikate wie die Cambridge oder DELF-Prüfungen, an denen insbesondere Schülerinnen und Schüler der bilingualen Bildungsgänge mit sehr großem Erfolg teilnehmen. Gleichzeitig müssen aber auch fachliche und fachmethodische Kompetenzen im bilingualen Unterricht systematisch entwickelt werden. Förderung des selbständigen und kooperativen Lernens gehören genauso wie eine regelmäßige Wortschatzarbeit und die Einführung sprachlicher Unterstützungssysteme zum bilingualen Lernen in der gymnasialen Oberstufe hinzu. Die Tagung hat den Kolleginnen und Kollegen hierzu wichtige Anregungen gegeben.
Alles in allem war diese Veranstaltung ein voller Erfolg. Mehr als 250 Kolleginnen und Kollegen aus ganz NRW haben an einem Samstag durch ihre Teilnahme und aktive Mitarbeit in den Workshops und in den Gesprächsrunden zum Gelingen beigetragen. Bestätigt wird dies auch von zwei Referentinnen, die uns nach der Tagung folgendes schrieben: 'Ich wollte aber unbedingt noch gesagt haben, dass ich mich sehr darüber gefreut habe, Teil dieser Veranstaltung gewesen zu sein! Alles hervorragend organisiert und ein erlesenes Publikum - was ich mitbekommen habe! Hut ab!' (Julia Schierlitz, Ernst- Kalkuhl-Gymnasium, Bonn) 'Ich fand das ganze Angebot sehr interessant und die Tagung war exzellent organisiert - meinen Glückwunsch.' (Ute Kalter, Albert-Schweitzer-Gymnasium, Hürth) Letztlich ist der Erfolg der Tagung aber vor allem den zahlreichen engagierten Helferinnen und Helfern des Landrat-Lucas-Gymnasiums zu verdanken: Der Einsatz von Schülerinnen und Schülern aller bilingualen Klassen, Müttern sowie Kolleginnen und Kollegen hat gezeigt, wie lebendig der bilinguale Zweig am LLG ist. Sie haben am Empfang, auf dem Parkplatz, beim Aufbau und Abräumen mitgewirkt und damit entscheidend zum reibungslosen Ablauf beigetragen. Für das leibliche Wohl, schon vor Beginn der Veranstaltung, sorgte die Klasse 7e mit Muffins, Kaffee und kalten Getränken. In der ausgedehnten Mittagspause konnten sich die erschöpften Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem fantastischen Buffet der Stufe 13 stärken. Gelegenheit zu anregenden Gesprächen bot sich in der Cafeteria und im Foyer des LLG. Dort hatten auch die Verlage ihre Angebote ausgestellt. Die Fachschaft Bilingual dankt den anwesenden Vertretern der Verlage, die die Bemühungen um einen qualitativ hochwertigen bilingualen Sachfachunterricht mit geeigneten Materialien begleiten und weiter unterstützen. Abgerundet wurde das Programm durch die Auftritte von Nathalie Ungruhe, Stufe 12, und Fabian Kleifgen von der Marienschule, die Kooperation über die Schulen hinweg zeigten. Sie präsentierten zwei hervorragend einstudierte Stücke für Akkordeon. Diejenigen, die die Tagung nicht vorzeitig verließen, wurden mit dem Rap 'De Tongue' der Klasse 8d belohnt. Die künstlerisch-musische Begabung der bilingualen Schülerinnen und Schülern kam dank der professionellen Betreuung durch Herrn Peter Becker-Fulda voll zur Geltung. Wer das ein oder andere noch einmal hören möchte, sollte am Freitag, 18. September 2009 um 21.04 Uhr Radio LLG einschalten! Unser Radioteam strahlt eine Sendung zum Thema Bilingual auf Radio Leverkusen aus. Präsentiert werden auch eine Reihe von Interviews mit Tagungsteilnehmern, unter ihnen Ruth Miller von unserer Partnerschule aus Baltimore, die sehr beeindruckt vom Angebot des Tages war. Die Sendung kann auch - ohne Musik - als podcast von der Homepage des LLG [Radio LLG] noch 3 Wochen nach dem Sendetermin heruntergeladen werden.
Abschließend möchten wir auf eine Tagung zum bilingualen Lernen und Lehren der Bergischen Universität Wuppertal hinweisen.
Sie findet statt am 23. Februar 2010. Weitere Informationen dazu finden Sie unter auf der Internetseite der Bergischen Universität Wuppertal [mehr Michael Schnurrbusch / Angela Wirtz mKOP |