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MINT-Aktivitäten des LLG

Laborpraktikum Genetik 2008

Teilnehmerbericht von Alexander Ziebolz (Stufe 12)

Gentechnik. Viele reden davon, wenige wissen überhaupt, worum es geht und noch weniger haben schon mal gesehen, wie das überhaupt funktioniert, im Prinzip also eine vollkommen normale Situation, wenn die öffentliche Meinung gefragt ist - fundierte Kenntnisse sind da ja eher schädlich.

Schade also, dass man als Oberstufenschüler der Biologie, eventuell sogar als LK-Schüler, spätestens nach der Unterrichtseinheit Genetik zum Schrecken der öffentlichen Meinung avanciert ist, einem Menschen mit zu mindestens Grundkenntnissen einer Materie, die das bürgerliche Interesse so zu erhitzen vermag. Nachdem man also erkannt hat, dass das alles so schlimm gar nicht ist, sollte noch ein Besuch im Genlabor folgen, um das bisher nur theoretisch erlernte Wissen einmal in der Praxis anzuwenden.

Das erwählte Genlabor lag dann in Köln Kalk, wenige Minuten entfernt von der S-Bahn Haltestelle Trimbornstraße. Keine sonderlich spektakuläre Lage für ein Genlabor, wirklich, in Filmen und Büchern sind Genlabore doch immer an abgelegenen Orten zu finden und werden von finsteren, halb bis ganz wahnsinnigen Wissenschaftlern betrieben, die ohne jeglichen Skrupel nach der Weltherrschaft streben.

Das war auch schon die zweite Ernüchterung, denn der gute Mann, der uns dort begegnete, war vollkommen normal, er kam sogar zu spät und entsprach vom Aussehen und Verhalten mehr dem Prototypen "der Typ von nebenan". Auch das Labor war dann doch nicht so spektakulär wie erhofft. So gab es weder viele blinkende Lämpchen an merkwürdigen Konsolen, noch aufwändiges Computerequipment. Nun gut, zugegeben, es gab Zentrifugen und High-Tech Pipetten, außerdem noch Elektrolysekammern und Chemikalien mit coolen Namen, aber das wars dann auch schon.

Aber um mal zu dem zukommen, was wir da überhaupt gemacht haben, nachdem wir die schicken weißen Kittel angelegt hatten:

Unsere Aufgabe war es, ein Stück DNA aus einem Bakterium zu entfernen, auf zuschneiden und ein Stück DNA einzufügen. Dieser erste Arbeitsschritt war mit dem genauen Abmessen von Chemikalien, Schütteln und Anschnipsen von Versuchsbehältern und dem Zentrifugieren selbiger auch schon erledigt.

Als nächstes setzten wir einen Gelansatz an, um später mit Hilfe der Elektrolysekammern eine Gelektrophorese durchzuführen, ein Verfahren, bei dem DNA-Fragmente der Länge nach angeordnet werden.

Um dieses anzuwenden, mussten wir auch noch mehrere verschiedene Proben ansetzen, mit der die Kammer dann beladen wurde, auch dies war eine sehr mondäne Arbeit, da eigentlich nur mittels der Pipette kleine Mengen aus den Versuchsbehältern entnommen und in andere Gefäße gegeben und dort gemischt werden mussten.

Letztendlich wurde dann die Gelelektrophorese durchgeführt, was mit dem Einstecken der Stromversorgung schon getan war. Zu guter Letzt hielten wir dann die Früchte unserer Arbeit in den Händen: ein Foto der Elektrophorese, auf dem die zerschnittenen DNA-Fragmente der Länge nach angeordnet waren.

Zwischendurch hat der uns betreuende Wissenschaftler noch erklärt bzw. mit uns erarbeitet, was exakt wir eigentlich gerade tun und warum. Abschließend ermahnte er uns sogar noch, dass Gentechnik mit Vorsicht zu genießen und nicht die Antwort zu allem sei - so viel also zur bösen Gentechnik und den bösen Wissenschaftlern, die sie betreiben. Eigentlich sind es auch nur ganz normale Leute, mit einem ganz normalen Job, der sehr viel ungefährlicher ist, als der eines Bänkers oder Top-Managers, die vernichten schließlich wirklich Existenzen.

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