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MINT-Aktivitäten des LLG

Holiday and Science

Teilnehmerbericht zum Laborpraktikum Kernphysik 2008
von Soi Ha Dip (Stufe 11) und Falko Tietzen (Stufe 12)

Vom 17. bis zum 19.03.2008 fand am Institut für Kernphysik der Universität zu Köln ein MINT-Ferienpraktikum statt. Die Vorankündigung, es gebe die Möglichkeit, unter der Anleitung von Wissenschaftlern in einem Labor zu forschen, erschien sehr interessant. Aufgrund unseres grundlegenden Interesses in Naturwissenschaften und insbesondere den Bereich Kernphysik nahmen wir an dem Praktikum teil.

Es musste nur eine geringe Teilnahmegebühr in Höhe von 25 Euro gezahlt werden, um die Unterkunft in einer modernen Jugendherberge in Köln-Deutz zu finanzieren. Montags wurde sich um 10:00 Uhr im Eingangsbereich des Instituts versammelt. Insgesamt nahmen zirka 20 Schüler verschiedener Schulen der Region am Praktikum teil, wobei eine insgesamt eher große Altersspanne, von 14- bis 18-Jährigen, bestand. Aufgrund dessen und der daraus resultierenden unterschiedlichen Kenntnisse wurde zunächst in einem Seminarraum durch einen führenden Professor des Instituts eine Einführung in die Materie in Form eines Vortrages vorgenommen.

Der Vortrag mit dem Titel "Bausteine der Materie und ihre Entstehung - Von Quarks bis zum Sandstrand" erläuterte die Zusammensetzung von Teilchen und deren Größen anhand von anschaulichen Beispielen und Vergleichen. Außerdem wurden bestimmte physikalische Prozesse auf Kern-Ebene beschrieben, deren Verständnis im Laufe des Praktikums vonnöten war.

In einem weiteren Vortrag durch einen anderen Professor wurden im Besonderen die dem Institut zur Verfügung stehenden Anlagen erklärt und deren Funktionsweise verdeutlicht. Ein besonderes Augenmerk verdiente sich stets der Tandem-Beschleuniger, ein Art von Teilchenbeschleuniger, der im Kellerbereich des Instituts errichtet wurde.

Ferienpraktikum Kernphysik Schließlich wurde durch die Organisation eine Übersicht über den Praktikumsverlauf herausgegeben, die Teilnehmer in drei Gruppen eingeteilt und die erste Station, welche in unserem Fall der Tandem-Beschleuniger war, besichtigt. Die Gruppen wurden jeweils durch einen Studenten geleitet und durch den speziell isolierten Kellerbereich geführt. An dem Tandem-Beschleuniger wurden verschiedene Experimente durchgeführt, die in einer nahegelegenen Zentrale administriert und gesteuert wurden. Besonders beeindruckend waren die große Anzahl an technischen Geräten und deren komplexe Vernetzung. Die jeweils am Tandem-Beschleuniger beschäftigte Gruppe wurde in der eben genannten "Zentrale" durch einen erfahrenen Professor mit der Technik vertraut gemacht, wobei jedes Mitglied der Gruppe die Möglichkeit bekam, unter Anleitung die Maschine zu steuern. Unter anderem konnten wir so die Masse von Kohlenstoff und Sauerstoff (zur Kontrolle) experimentell bestimmen.

Um 16:00 Uhr fand in der sehr empfehlenswerten Jugendherberge in Köln-Deutz die Zimmereinteilung statt. Der Abend fand durch ein durch die Organisation finanziertes Abendessen in einem Kölschen Lokal einen Ausklang.

Am Dienstag konnten die bestehenden Gruppen die anderen Stationen besuchen. Zunächst konnten wir mit einem professionellen Messgerät die radioaktive Strahlung verschiedener Alltagsgegenstände messen und durch die energetische Unterschiedlichkeit der Strahlen auf die Ausgangsstoffe dieser radioaktiven Zerfallsprodukte schließen. Für die Teilnehmer war dies sehr spannend, da das Experiment einen Zugang zu der sonst für einen Schüler eher abstrakten Kernphysik lieferte.

Die letzte Station befasste sich mit der Frage, wie schnell Strom fließt. Auch hier wurde mit einem technischen Hilfsmittel ein Weg gefunden, die Frequenz bestimmter Schwingungen festzuhalten und so auf die Geschwindigkeit zu schließen. Dadurch konnten wir feststellen, dass sich sogar die Kabellänge bemerkbar macht und einen Einfluss auf die Messung hat.

Zuletzt wurden den Gruppen Themen für Präsentationen zugeteilt. Es bestand daraufhin die Möglichkeit, ein Gespräch mit einem "Experten" zu dem jeweiligen Thema zu führen und sich komplizierte Einzelheiten erklären zu lassen, um eventuelle Unklarheiten zu beseitigen.

Am Mittwoch wurden zum Abschluss des Praktikums die Präsentationen gehalten und die Urkunden ausgeteilt.

Abschließend ist festzuhalten, dass das Praktikum durchweg spannend war und auch Schülern zu empfehlen ist, die bis dahin wenig Fachwissen hatten. Fast alle Teilnehmer hatten einen positiven Gesamteindruck und äußerten, auch in Zukunft wieder an MINT-Praktika teilnehmen zu wollen. Insgesamt sind Praktika dieser Art eine spannende Erfahrung und einmalige Möglichkeiten, kurze und intensive Einblicke in die Wissenschaft zu bekommen, die nicht zuletzt auch berufliche Perspektiven aufzeigen können.

Interessante Links:
[Einladung und Information]
[Fachgruppe Physik] der Universität zu Köln
[Institut für Kernphysik] an der Universität zu Köln